Die Stiftung RBO ist neues Mitglied im Verein Berliner Stiftungen e.V. Im Newsletter des Vereins hat Vorstandsvorsitzender Florian Demke Fragen zur Arbeit der Stiftung beantwortet.
Hier das Interview:
Was sind die Ziele der Stiftung RBO, und für wen setzt sie sich ein?
Die Stiftung RBO setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen und andere Menschen mit Unterstützungsbedarf möglichst selbstbestimmt leben und gleichberechtigt an unserer Gesellschaft teilhaben können. Dabei geht es uns nicht allein um die Bereitstellung sozialer Dienstleistungen, sondern vor allem darum, individuelle Lebensperspektiven zu eröffnen und Menschen in ihrer Selbstständigkeit zu stärken. Gemeinsam mit unseren Tochtergesellschaften begleiten wir rund 1.500 Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen. Unser Anspruch ist es, Unterstützung so zu gestalten, dass sie sich an den Wünschen, Bedürfnissen und persönlichen Zielen der Menschen orientiert – und nicht umgekehrt.
Die Stiftung vereint verschiedene Angebote in den Bereichen Wohnen, Arbeit, Bildung und Betreuung. Wie greifen diese Bereiche ineinander, um Menschen mit Unterstützungsbedarf ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen?
Ein selbstbestimmtes Leben lässt sich nicht auf einzelne Lebensbereiche reduzieren. Wohnen, Arbeit, Bildung, soziale Beziehungen und Freizeit gehören zusammen und beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb verstehen wir unsere Angebote nicht als voneinander unabhängige Dienstleistungen, sondern als unterschiedliche Bausteine gesellschaftlicher Teilhabe. Die Vielfalt unseres Unternehmensverbundes ermöglicht es uns, Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen und bei sich verändernden Unterstützungsbedarfen zu begleiten. Entscheidend ist dabei, dass die Angebote ineinandergreifen, ohne die individuelle Entscheidungsfreiheit einzuschränken. Nicht der Mensch soll sich an die vorhandenen Strukturen anpassen müssen, sondern unsere Unterstützung soll sich möglichst flexibel an seinem Leben orientieren.
Was sind derzeit die größten Herausforderungen in Ihrer Arbeit?
Die größte Herausforderung besteht gegenwärtig darin, den berechtigten Anspruch auf individuelle, selbstbestimmte Teilhabe mit zunehmend angespannten finanziellen und personellen Rahmenbedingungen in Einklang zu bringen. Steigende Kosten, der Fachkräftemangel und wachsende bürokratische Anforderungen treffen auf öffentliche Haushalte, die ihrerseits unter erheblichem Konsolidierungsdruck stehen. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Qualität, Individualisierung und die fachliche Weiterentwicklung unserer Angebote. Für uns als Stiftung bedeutet das, wirtschaftlich verantwortlich zu handeln, ohne unseren sozialen Auftrag aus den Augen zu verlieren. Wir müssen bestehende Strukturen hinterfragen, neue Wege der Zusammenarbeit entwickeln und gleichzeitig dafür eintreten, dass Teilhabe nicht ausschließlich unter Kostengesichtspunkten betrachtet wird. Denn letztlich geht es um Menschen, ihre Lebensqualität und ihre Rechte.
Das Interview erschien zuerst im Newsletter von Berliner Stiftungen e.V., November 2026.